15. August 2007
Via Patje.de habe ich einen interessanten Bericht in der SZ gefunden – “Hinter der Lok wird abgekoppelt”. Der Journalist hat das Stellwerk Frankfurt-Süd besucht und schreibt nun über allerlei Berufe bei der Bahn. Es gibt also noch mehr als Lokführer, Ticketknipser und Bahnsteigansagerin
Das erinnert mich sehr an einen Job als Fluglotse (Das ist stressig! Schon mein Funksprechzeugnis für meinen Heissluftballon-Pliotenschein war anstrengend genug).
Au jeden Fall zeigt es sehr schön, dass eigentlich nur 4 % der Bahnangestellten Lokführer sind. 4 %, die ein ganzes Land lahmlegen können.
Der 1.Job: Fahrdienstleiterin
Sie hier oben ist es, die die Züge steuert, so muss man das wohl sagen. “Du musst stehen bleiben, weil wir noch eine Regionalbahn haben”, teilt sie dem Fahrer einer S-Bahn mit. “Du kriegst noch Kreuzung mit einem Regionalexpress”, sagt sie einem anderen – womit gemeint ist, dass der Regionalexpress auf dem Nachbargleis gleich auf das der S-Bahn geleitet wird, und weil der schneller ist, muss die S-Bahn warten.
Ulrike Schuldt, 35, ist Fahrdienstleiterin im Stellwerk Hoechst, im Frankfurter Westen, zusammen mit einem Kollegen steuert sie den Bahnverkehr auf einem Abschnitt von 20 Kilometern – und “steuern”, das ist in dem Fall wörtlich zu nehmen.
Betriebsbezirksleiter/Notfallmanager” weist ihn seine Visitenkarte aus. Er sagt: “Jeder Lokführer fährt genau einen Zug. Wir hier fahren 20.”
Der 2.Job: Betriebsbezirksleiter/Notfallmanager
Er sagt: “Jeder Lokführer fährt genau einen Zug. Wir hier fahren 20.”
Job 3: Facharbeiterin für Eisenbahntransporttechnik
Als Disponentin ist Rehmann “Facharbeiterin für Eisenbahntransporttechnik”, vom Rang her ist das vergleichbar mit den Fahrdienstleitern und den Lokführern; nur dass die noch eine dreimonatige Zusatzausbildung erhalten. Und es ist auch vergleichbar mit den Mechatronikern im Instandhaltungswerk der S-Bahn.
Job 4: Energie-Elektroniker
Der Energie-Elektroniker Kai Ruppel, 29, mag die Vielseitigkeit der Arbeit: Mal kümmert man sich um den Funk, mal um die Beleuchtung, mal um die Klimaanlage. Er und seine Kollegen könnten den S-Bahn-Verkehr genauso lahmlegen wie die Disponenten, die Fahrdienstleiter, die Lokführer. Zwei Wochen Streik in der Werkstatt, und alle S-Bahnen stünden still.
Und wer trägt nun die größte Verantwortung unter all den Bahnbediensteten?
14. August 2007
Okay, seit neuestem wissen wir ja, dass ein Lokführer nicht wirklich viel Geld verdient. Deshalb werden auf der DB-Karriereseite auch 40 Eisenbahnfahrzeugführer gesucht. Ausbildung vorausgesetzt.
Aufgaben:
Wir suchen für unser wachsendes Unternehmen Eisenbahnfahrzeugführer/innen für den eisenbahnspezifischen Bereich (Arbeitnehmer und Beamte) für Personalüberlassungen bei unseren Kunden.
Anforderungen:
Sie verfügen über eine langjährige Berufserfahrung als Triebfahrzeugführer und umfangreiche Strecken- und Baureihenkenntnisse.
Für Sie sind Einsatzfreude, Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein für betriebliche Abläufe selbstverständlich. Sie sind kunden- und serviceorientiert, körperliche Tauglichkeit und Eignung werden vorausgesetzt.
Qualifikationen:
Abgeschlossene Berufsausbildung zum Eisenbahner/in im Betriebsdienst (Fachrichtung Eisenbahnfahrzeugführer) oder eine Ausbildung bei einem EVU in Deutschland.
Baureihenberechtigung E- und/ oder V- Traktion
Okay, wie war das noch mit der Zuverlässlichkeit? Leider konnte ich nichts über die Ausbildung zum Lokführer finden. Da muss ich wohl noch etwas mehr suchen…
13. August 2007
Also ich stänkere ja hier schon viel rum. Heisst ja schließlich Bahnsinn.com! Dass es aber nicht nur auf der Schienen zum stocken kommt, habe ich ja letztens auch gesehen, I Depp.
Doch nun stellt euch vor: Ich lobe die Deutsche Bundesbahn!
Also, am letzten Freitag hab ich mich auf eine 5,5 h lange Reise per ICE nach Dresden begeben. Und das Unmögliche ist möglich geworden: Es hat geklappt. Zumindest fast.
Der ICE nach Leipzig hatte nur 5 Minuten Verspätung, und das bei einer Fahrzeit von fast 4 Stunden! Wow.
Das nicht schlimme Unheil begann dann in Leipzig Hauptbahnhof: Der Zug hatte 10 Minuten Verspätung und es war ein Ersatzzug. Das führte dazu, dass mein reservierter Sitzplatz im Raucherabteil lag. Hm, anderen Platz gesucht und ganz nett reklamiert beim Bahnschaffner. Siehe da, ich erhalte mein Geld zurück und sogar einen Gutschein für ein Kaltgetränk!
Nett!
Ich bin dann mit einer Verspätung von 10 Minuten und einer kalten Cola in Dresden angekommen. Wow. Mir hat es vor der Reise ja schon gegraut….
P.S. Nun sag bitte keiner, ich sei bestechlich! Ich weiss, ich bin es und lasse mich sogar mit ner Cola for free abspeisen, um direkt was positives zu schreiben.
Also, habt ihr auch “Erfolgsgeschichten” ? Dann schreibt sie mir!
Einfach nur köstlich, auch wenn ich die Bahnstreik Debatte so langsam Leid bin. Unbedingt lesen!
“Verunsicherte Bahnkunden? Gibt es die wirklich? Spätestens die Erfahrung, dass ein Zug für die Fahrt von Hamburg-Altona bis Hamburg-Hauptbahnhof durchaus einmal zwei Stunden brauchen kann (weil mal wieder der Strom ausgefallen ist), macht aus dem letzten “verunsicherten Kunden” einen abgeklärten Reisenden. Dafür braucht es keine streikenden Lokführer. Da reicht schon das Wetter. Oder ein Kurzschluss im Stellwerk. Spielende Kinder auf dem Gleiskörper werden auch gerne genommen.”
http://www.zeit.de/online/2007/32/bahn-lokfuehrer-streik
8. August 2007
Mittwoch, 11:11 Uhr
Geil – das gibt es nur in Deutschland!
Erfolg für die Deutsche Bahn: Das Arbeitsgericht Nürnberg hat per einstweiliger Verfügung die Streiks im Güter- und Personenverkehr gestoppt – bis zum 30. September. Die Lokführer haben ihre für Donnerstag angekündigten Arbeitsniederlegungen nun abgesagt. Sie wollen aber weiter vor Gericht kämpfen.
Das Nürnberger Arbeitsgericht hat in einem Eilverfahren einen Streik der Lokführer bis zum 30. September untersagt. Diese gelte sowohl für einen Streik im Personen- als auch im Güterverkehr, teilte ein Gerichtssprecher mit. Zur Begründung heißt es, wenn es zu einem Streik käme, würde der deutschen Volkswirtschaft zur Hauptreisezeit ein enormer Schaden entstehen.
Die Bahn rechnet damit, dass über einen möglichen Widerspruch der GDL Ende dieser oder Anfang kommender Woche gerichtlich entschieden wird. Verhandlungen stünden nach wie vor an erster Stelle, sagte der Verhandlungsführer der Bahn, Werner Bayreuther.
via Welt.de