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Die Bahn streikt – Rechte des Reisenden

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In der jüngsten Vergangenheit wurden Bahnreisende immer wieder von langwierigen, nervenaufreibenden Streiks der Lokführer-Gewerkschaften geplagt. Wochenlange Einschränkungen im Reiseverkehr wie Zugausfälle und starke Verspätungen waren keine Seltenheit. In puncto Geduld und Ausdauer beim Warten auf den nächsten Zug wurde den Fahrgästen einiges abverlangt.
Zwar ist der Tarifstreit mittlerweile beigelegt, doch der nächste Arbeitskampf ist wohl nur eine Frage der Zeit. Doch wie steht es um die Rechte der Reisenden? Muss man alle Einschränkungen in Kauf nehmen? Und welche Ausweichmöglichkeiten gibt es im Streikfall?

Bei Bahnstreiks werden die Nerven von Bahnreisenden oft auf eine harte Probe gestellt

Leere Bahnsteige – wenn Züge streikbedingt ausfallen, haben Fahrgäste das Nachsehen
Foto:
Rudolpho Duba / pixelio.de

Welche Rechte haben Bahnreisende im Falle eines Streiks?

Für Fahrgäste ist ein Streik immer ärgerlich. Die Bahnsteige sind aufgrund von Verspätungen und Zugausfällen überfüllt, überall herrscht große Hektik, und nicht selten kommt es vor, dass man zu spät zur Arbeit kommt oder aber seine Arbeitsstätte gar nicht erreichen kann. In diesem Fall ist unbedingt der Arbeitgeber telefonisch zu informieren, sonst ist mit finanziellen Einbußen zu rechnen. Oft können sich beide Seiten auf einen Urlaubstag oder einen Home-Office-Tag verständigen.

Können die Fahrgastrechte geltend gemacht werden?

Die Bahn selbst sieht Streiks als höhere Gewalt an und weigert sich daher, Entschädigungszahlungen an die Reisenden zu leisten. Jedoch ist diese Sichtweise unter Reiseexperten umstritten. Einige Reiserechtler argumentieren, dass Streiks für die Bahn vorhersehbar und ein „hausgemachtes“ Problem seien, da es sich bei den Lokführern um bahneigenes Personal handelt. Ob ein Reisender seine Fahrgastrechte geltend machen kann, ist also nicht eindeutig geklärt. Unter den Fahrgastrechten versteht man in diesem Zusammenhang die Erstattung von 25 Prozent des Ticketpreises bei einer Verspätung von mehr als 60 Minuten bzw. sogar von 50 Prozent, wenn sich der Zug mehr als zwei Stunden verspätet hat. Manchmal wird aus Kulanzgründen im Falle einer Stornierung der Ticketpreis gebührenfrei erstattet – je früher man seine Reisepläne streicht, umso größer sind die Chancen, die Kosten für die Fahrkarte zurückzuerhalten.

Glücklicherweise kommt die Deutsche Bahn ihren Fahrgästen auch anderweitig entgegen. Wer etwa wegen streikbedingter Ausfälle und Verspätungen seinen Anschlusszug verpasst, kann den nächsten, unter Umständen auch höherwertigen Zug ohne Aufpreis nutzen. Die Zugbindung bei Aktionen, etwa dem Sparpreis-Ticket, wird im Streikfall also aufgehoben.
Kommt es vor, dass bei einem Rail & Fly-Angebotes im Rahmen einer Pauschalreise der Flug wegen eines Zugausfalls verpasst wird, so haftet in diesem Fall nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs der Reiseveranstalter, da die Anreise zum Reisegesamtpaket gehört.
Im Streikfall schaltet die Deutsche Bahn eine kostenlose Hotline (Rufnummer 08000/996633), bei der man sich über konkrete Einschränkungen und den Ersatzverkehr informieren kann. Entsprechendes ist auch beim Internetauftritt der Deutschen Bahn (www.bahn.de) nachzulesen.

Ob Fahrgastrechte bei Streiks geltend gemacht werden können, ist umstritten

Verspätungen und Zugausfälle gehören im Streikfall zum alltäglichen Bild
Foto: Structuro / pixabay

Bahnstreik – welche Ausweichmöglichkeiten sind sinnvoll?

Ist ein bundesweiter, unbefristeter Streik angekündigt, der das Nah- und Fernverkehrnetz weitgehend lahmlegt, meiden viele die Bahnsteige, und das auch aus gutem Grund. Schließlich ist es äußerst nervenaufreibend, stundenlang auf seinen Zug zu warten und wichtige Termine o.ä. zu verpassen. Häufig verlegt sich im Streikfall dann die Beförderung auf die Straße. Stockender Verkehr, Staus und verstopfte Fahrwege in den Ballungsgebieten sind dann keine Seltenheit. Die Möglichkeit, auf den eigenen PKW umzusteigen, spart also nicht immer Nerven und Zeit ein. Eine andere, komfortable und preisgünstige Alternative sind Fernbusse. Ihre Linien sind mittlerweile flächendeckend im Bundesgebiet ausgebaut und alle wichtigen, größeren Städte werden angefahren. Die Tickets sind auch deutlich günstiger als bei der Bahn, eine Fahrt von München nach Frankfurt kostet beispielsweise gerade einmal elf Euro. Werden wieder einmal Zugverbindungen durch einen Streik blockiert, kann das Ausweichen auf einen Fernbus durchaus empfehlenswert sein.

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