3. Januar 2008
Nachdem die Gewerkschaft GDL die Verhandlungen vor Weihnachten abgebrochen hatte, kann man dies zumindest im Focus online lesen:
Die Deutsche Bahn sieht die Tarifverhandlungen mit den Lokführern auf einem guten Weg. Die Gewerkschaft GDL richtet sich auf mehrtägige Verhandlungen ein.
Aber:
Falls die GDL ihre Streikdrohung für den 7. Januar aufrechterhält, bleiben den Delegationen der Bahn und der Arbeitnehmerorganisation noch fünf Tage, um eine Lösung zu finden. Die GDL will den Ausstand nur stoppen, wenn sich bis dahin deutliche Chancen für einen Kompromiss ergeben. „Wir haben am 5. Januar eine Entscheidung zu treffen“, sagte Weselsky (tellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer).
Ich bin da ja skeptisch und stelle die Wörter “Bahnstreik”, “GDL” und “Zuversicht” zur Wahl, wenn es darum geht das Wort des Jahres 2007 zu wählen.
Eure Meinungen?
21. November 2007
Ich kann es ja einfach schon nicht mehr, aber ich muss ja auch nicht mehr Bahnfahren - Den Bahnstreik.
Doch gestern musste ich etwas lachen, als ich die neue SIXT-Anzeige (das waren die mit dr zersausten Bundeskanzlerin, nachdem sie Cabrio gefahren ist…) gesehen habe, die ja anscheinend auch im Hauptquartier der GDL hängt:

“An den Bahnhöfen sind wir zu 100 Prozent ausgelastet”, sagte Konzernchef Erich Sixt am Donnerstag in München. “Es war sogar erkennbar, dass wir die Nachfrage nicht vollständig befriedigen konnten.” Man habe zwar von anderen Stützpunkten Fahrzeuge zu den Sixt-Schaltern an Bahnhöfen verlagert, werde jetzt aber kurzfristig die Flotte nicht mit neuen Autos aufstocken, sagte Sixt. via heute.de
14. November 2007
Nicht nur in Deutschland wird gestreikt, nein, auch in Frankreich:
Stillstand auf den europäischen Schienen: Die Arbeiter der französischen Bahngesellschaft SNCF und der Pariser Metro sind in einen 24-Stunden-Ausstand getreten. Und heute Mittag legen die deutschen Lokführer nach – mit dem größten Streik der Bahngeschichte. Die Wirtschaft bereitet sich bereits auf Kurzarbeit vor.
In Deutschland beginnt heute der größte Streik in der Geschichte der Deutschen Bahn AG. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat ab 12 Uhr mittags zu bundesweiten Arbeitsniederlegungen im Güterverkehr aufgerufen. Ab der Nacht zum Donnerstag soll dann auch der Personennah- und Fernverkehr bestreikt werden. Erst am Samstagmorgen wollen die Lokführer ihre Arbeit wieder aufnehmen.
Die GDL fordert von der Bahn ein verhandlungsfähiges Angebot, das insbesondere einen eigenständigen Tarifvertrag für die Lokführer enthält. In Sachen Lohnerhöhung und Arbeitszeit signalisierte die Gewerkschaft Verhandlungsbereitschaft. Der Bahnvorstand blieb am Dienstag jedoch hart und wollte kein neues Angebot vorlegen. Man werde sich nicht von einer kleinen Minderheit der Beschäftigten erpressen lassen, hieß es.
Sollte der Streik wie geplant ablaufen, so ruht der Güterverkehr für 62 und der Personenverkehr für 48 Stunden. Am Samstagmorgen um 02.00 Uhr wollen die Lokführer in allen drei Sparten die Arbeit wieder aufnehmen. Sollte die Bahn dann immer noch kein neues Angebot vorgelegt haben, werde die Gewerkschaft dem wachsenden Ruf der Basis nach unbefristeten Streiks aber kaum noch widerstehen können, hatte GDL-Chef Manfred Schell erklärt.
via welt
Eure Erfahrungen heute & morgen
Wie ist es euch ergangen? Schreib es, ich freue mich auf eure Gruselgeschichten!
Hallo,
welche Alternativen habe ich, wenn bei der Deutschen Bahn gestreikt wird? Für mich steht nur der öffentliche Personennahverkehr zur Verfügung. Führerschein bzw. eigenes Auto habe ich nicht. Mitfahrmöglichkeit besteht (außer Taxi, was kostet das den wohl? Schätze mal 40 bis 50 Euro) leider auch nicht.
Wenn ich ganz auf die Eisenbahn verzichten will, fahre ich mit dem Bus nach Bochum mit Umstieg in Lütgendortmund. Dann geht es weiter mit der Straßenbahn/Stadtbahn nach Essen mit Umsteig in Herne-West Gelsenkirchen. Fahrzeit: ca. 3 Stunden (Habe ich beim Kyrill schon ausprobiert, aber mit Übernachtung [auf eigenen Kosten] in Gelsenkirchen).
Da aber bei den nichtbundeseigenen Eisenbahnen nicht gestreikt wird, kann ich einmal die Stunde auch den Zug der Abellio von Bochum nach Essen nehmen.
Bislang hatten wir in NRW noch “Glück” bei den Streiks. S-Bahnen fuhren alle halbe Stunde und der Regionalverkehr im Pott auch weitgehend. Ländlichere Regionen bekamen dafür einen Stundentakt. Zudem Freigabe des Fernverkehrs.
Fazit: Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) macht doch im Gewissen Sinne abhängig, wenn man kein Auto/Führerschein hat. Alternativen sollte man sich immer suchen, eine Streckensperrung (wenn sie nicht gerade Nachts um 4 Uhr ist) kann immer mal kommen. Vorteil einer Nur-andere-Verkehrsmittel-als-die-Eisenbahn-Tour ist, dass es nicht langweilig wird auf der Fahrt (man sieht neues), außer das es eben länger dauert.
P.S.
Man kann sogar von Witten bis nach Krefeld mit Straßnebahn/Stadtbahn/U-Bahn kommen ohne eine Eisenbahn oder einen Bus zu benutzen. 
26. Oktober 2007
Gestern war wieder Streik. Hier in Nordrhein-Westfalen hatten wir noch ganz gut Glück damit, S-Bahn im Halbstundentakt, Nebenstrecken im Stundentakt.
Meine S-Bahn fuhr alle halbe Stunde, wie am Wochenende. In Duisburg gab es einen Personenunfall, daher fuhren zeitweise keine Regional- und Fernzüge zwischen Bochum und Düsseldorf, da diese umgeleitet wurden. Entsprechend voll war die S-Bahn. Meine hatte nur 20min Verspätung. Ursache? Die Vorleistung hatte diese Verspätung und da die Wendezeiten am Endbahnhof recht kurz sind (8 Minuten in Dortmund), geht die Verspätung auf die nachfolgenden Fahrten über. Ich war ehr froh, dass überhaupt was fährt.
Abends auf der Rückfahrt war der Streik noch nicht beendet. Vorlesungen sind natürlich genau dann beendet, wenn die S-Bahn gerade fährt. Und als Pendler wartet man nicht gerne noch am Bahnhof auf seinen Zug.
Ich hatte Glück, der verspätete Intercity wurde bis Bielefeld für Bahnreisende mit Nahverkehrsfahrausweisen freigegeben. Es gab genau eine Ansage am Bahnsteig, schade für diejenigen die diese nicht gehört haben. Eigentlich hätte ich auch auf die nächste S-Bahn nehmen können (Ich will ja nach Dortmund-Kley und nicht nach Dortmund Hbf). Ich bin dennoch bis Dortmund mit dem IC gefahren, in der Voraussicht, dass die S-Bahn Verspätung haben könnte.
In Dortmund habe ich dann die S-Bahn Richtung Bochum/Essen genommen. Falls diese nicht fuhr, hätte ich dann die Stadtbahn und den Bus genommen.
Mein Fazit, trotz Streik und auf dem Hinweg die Streckensperrung, bin ich noch recht gut weggekommen.
24. Oktober 2007
Da wollte ich morgen zum Marketing Performance Day und auf die IT Systems nach München - da kündigen die Lokführer den Streik an. Na super.
Eigentlich hatte ich mich auf eine Autofahrt eingestellt, dochnun gibt es kostenlose Busse nach München:
Die SYSTEMS bietet angesichts des drohenden Lokomotivführer-Streiks Besuchern aus Bayern eine komfortable Lösung für den Besuch der Messe an.
So werden am Donnerstag, den 25. Oktober 2007 SYSTEMS-Busse von Augsburg, Garmisch-Partenkirchen, Ingolstadt, Landshut und Rosenheim zur Messe nach München fahren. Die Busse fahren
* um 8.00 Uhr an den Bushaltestellen vor den Hauptbahnhöfen ab – mit Reiseziel Neue Messe München.
* Um 18.00 Uhr gehen dann die Busse wieder von der Messe retour.
Die Fahrt ist kostenlos.
„Mit diesem Angebot erleichtern wie unseren Besuchern aus Bayern trotz des angekündigten Streiks der Lokomotivführer am Donnerstag den Besuch der SYSTEMS“, erläutert Klaus Dittrich, Geschäftsführer der Messe München, die Aktion.
22. Oktober 2007
Wie der Spiegel schreibt wird eventuell erst wieder Dienstag oder Mittwoch gestreikt. Welch ein Trost!
“Der stellvertretende GDL-Vorsitzende Günther Kinscher begründete den vorübergehenden Verzicht auf Streiks mit der Rücksicht auf die Pendler. “Die Pendler haben genug gelitten.” Die GDL denke vor allem an die vielen Ostdeutschen, die zum Wochenbeginn zu ihren Arbeitsplätzen im Westen fahren.”
Update:
Donnerstag und Freitag wird gestreikt, das berichtet die SZ in einer Eilmeldung.
Die Lokführergewerkschaft GDL rief ihre Mitglieder auf, von Donnerstagmorgen 2.00 Uhr bis zum Freitagmorgen um 8.00 Uhr den Regionalverkehr lahmzulegen.